ideale Schreibumgebung

3 Merkmale der perfekten Schreibumgebung

3 Merkmale der perfekten Schreibumgebung

Schreiben kann ganz schön schwer sein. Wer kennt sie nicht, die Startschwierigkeiten, wen man vor einem leeren Bildschirm sitzt, die Ablenkungen, die einen den letzten brillanten Einfall vergessen lassen, die Müdigkeit, die einen vom Schreiben abhält. Und genau deshalb ist eine ideale Schreibumgebung so wichtig.

Mir persönlich fällt es leichter, mich hinzusetzen und zu schreiben, wenn ich dies an einem Ort tue, der genau dafür bestimmt und entsprechend eingerichtet ist – zum Beispiel in meinem Home Office. Ich gehöre zu den Glücklichen, die ein separates Zimmer als Büro zur Verfügung hat, doch es geht auch ohne. Man braucht nur Folgendes zu beachten.

minimalistischer Arbeitsplatz ohne Ablenkung

Die ideale Schreibumgebung kreieren

1) Keine Ablenkung

Für mich ist dies das allerwichtigste Merkmal jeder Schreibumgebung. Ein Ort voller Ablenkung taugt nicht zum Schreiben – man kann sich nicht konzentrieren, verliert immer wieder den Faden oder beginnt gar nicht erst zu schreiben.

Heute stören einem nicht mehr nur die Kinder des Nachbars, die auf der oberen Etage herumtollen oder der lärmige Rasenmäher des Nachbars. In unserer digitalen Welt sind Ablenkungen vielseitig und omnipräsent; sie lauern überall. Es lohnt sich daher, einige Vorkehrungen zu treffen:

Physische Ablenkungen

Um „klassische“ Ablenkungen in Form von Menschen, Spülmaschinen oder Fernsehgeräten zu vermeiden, braucht man, wenn es irgendwie geht, einen separaten Raum. Dies muss kein riesiger, wunderschöner Büroraum sein. Ein kleiner Schreibtisch in einer Ecke tut es auch, zum Beispiel im Schlaf- oder im Wohnzimmer (Tipp: TV-Fernbedienung in diesem Fall in ein anderes Zimmer bringen oder in einer Schublade verschwinden lassen). Wichtig ist, dass der Raum eine Tür hat, sodass Mitbewohner*innen wissen, dass sie bei geschlossener Tür nicht stören dürfen.

Wer diese Möglichkeit zuhause nicht hat, kann von Bibliotheken, öffentlichen Arbeitsplätzen an Universitäten oder sogar Cafés profitieren.

Wer diese Möglichkeit zuhause nicht hat, kann von Bibliotheken, öffentlichen Arbeitsplätzen an Universitäten oder sogar Cafés profitieren. An solchen Orten kann ein paar Kopfhörer helfen, Geräusche zu blockieren und allfällige Störenfriede abzuschrecken.

Digitale Ablenkungen (aka Push-Nachrichten)

Ablenkungen sind überall, besonders im digitalen Bereich. Eine goldene Regel, die ich selbst befolge, wenn ich wirklich konzentriert schreiben will, heisst: Handy in den Flugmodus! Falls die FOMO (‚fear of missing out‘ = Angst, etwas zu verpassen) dabei zu gross wird, kann man immerhin einen Bitte-nicht-stören-Modus, eine Anti-Ablenkungs-App (mein Favorit heisst Forest) oder einen Anruf-Filter, der nur Anrufe von wirklich wichtigen Kontakten zulässt, installieren.

Mein Tipp hierzu ist, alle Desktop-Nachrichten zu deaktivieren, insbesondere diejenigen von Facebook und E-Mail.

Ist das Handy einmal geregelt, folgt das nächste Problem: der Computer. Auch dort werden wir meist schon beim Aufstarten von Desktop-Nachrichten und E-Mails übersät. Mein Tipp hierzu ist, alle Desktop-Nachrichten zu deaktivieren, insbesondere diejenigen von Facebook und E-Mail. Des Weiteren gibt es hilfreiche Software, die „böse“ Websites (Facebook, Sportseiten, 20 Minuten, etc.) voller Ablenkungen für einen bestimmten Zeitraum deaktiviert, zum Beispiel FocusMe.

chaotischer Arbeitsplatz mit Ablenkung

2) Kein Chaos

Auch dies gehört eigentlich in den Bereich der Ablenkungen. Wie ich bereits erwähnte, habe ich einen Schreibtisch in einem separaten Zimmer. Sowohl das Zimmer als auch den Schreibtisch verteidige ich militant.

Es mag penibel klingen, aber auf meine grosse, weisse Tischplatte kommen keine Briefe, keine Zeitungen oder Magazine, keine gebrauchten Kaffeetassen, etc., denn solche Dinge lenken den Geist ab, auch wenn man sie vielleicht gar nicht als Ablenkung wahrnimmt.

Das Gehirn muss sich beim Schreiben voll auf die Wörter auf der Seite konzentrieren können.

Das Gehirn muss sich beim Schreiben voll auf die Wörter auf der Seite konzentrieren können. Nur ein Blick auf die ungespülte Tasse erinnert einen daran, dass man sie noch waschen muss. Briefe schreien danach, geöffnet zu werden, auch wenn man von Anfang an weiss, dass sie völlig unwichtig sind. Damit man sich wirklich aufs Schreiben einlassen kann, sollte man deshalb jegliches Chaos vermeiden und sich einen sauberen, aufgeräumten Platz suchen.

3) Komfort

Damit meine ich nicht Komfort im Sinne eines teuren Lederstuhls und einer Deluxe-Kaffeemaschine, sondern Komfort im Sinne des englischen ‚comfortable‘, also bequem. Eine perfekte Schreibumgebung braucht eine Sitzgelegenheit, die bequem ist und gleichzeitig eine gute Haltung fördert, ansonsten wird man ziemlich schnell wieder aufstehen und sich auf’s Sofa legen wollen.

Auch die Kleidung ist nicht zu unterschätzen. Eine viel zu engen Hose, die am Hintern klebt und auf die Blase drückt, stört die Konzentration. Wiederum läuft man bei einer allzu bequemen Jogginghose Gefahr, zu sehr in den „Gammelmodus“ zu verfallen (Tipp: dem kann man z.B. mit einer Dusche vor dem Schreiben entgegenwirken). Hier gilt es also, bequeme Sachen zu tragen und einfach auszuprobieren, was funktioniert und was nicht.

Die eigene Schreibumgebung finden

Dies ist kein 100% Erfolgsrezept für Ihre perfekte Schreibumgebung – es ist lediglich eine Sammlung meiner persönlichen Erfahrung. Doch jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse, daher fährt man wohl am besten, wenn man einfach ausprobiert.

So oder so: Viel Spass beim Schreiben!

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