Segelschiffe in Inverary Schottland

Frau allein in Glasgow – Schottland

Frau allein in Glasgow – Schottland

Wer alleine reist, lernt meist tolle Leute kennen – das hoffen viele Alleinreisende zumindest. Doch all zu oft steht man vor dem Problem, dass alle anderen in Gruppen reisen und lieber unter sich bleiben. Deshalb ist es immer gut, sich die Erfahrungen von anderen Weltenbummlerinnen anzuhören. Wir haben einen Geheimtipp für alle, die es von Glasgow aus in die wilden Landschaften der schottischen Highlands zieht. Wem die Zeit für eine ausgedehnte Tour fehlt, aber keine Lust auf einen überfüllten Tourbus voller enthusiastischer Touristen hat, sollte unbedingt weiterlesen, denn ich teile meine Erfahrungen mit einer etwas anderen Tour Company in Glasgow.

Rabbie’s Tours – der Geheimtipp für Alleinreisende

Dieser Artikel enthält Affiliate Links: Ich bekomme eine Provision, wenn du von diesen Links aus einen Kauf tätigst. Ich bin jedoch nur Affiliate Partner von Rabbie’s, weil ich ihre Tours wirklich sehr empfehlenswert finde und der Artikel enthält meine unabhängige Meinung.

Rabbie’s Tours – obwohl ich schon mehrere Male allein in Schottland unterwegs gewesen war, sagte mir der Name absolut nichts, als mir eine Freundin davon erzählte. Sie hatte vor einiger Zeit alleine eine Tour bei Rabbie’s gebucht und war hellauf begeistert. Ihre Schilderungen von einer kleinen Gruppe und einem zugänglichen Tour Guide überzeugten mich sofort, und so buchte auch ich eine Tour bei Rabbie’s. Da mir in Glasgow nur wenige Tage zur Verfügung stehen würden, war ich auf der Suche nach einer Eintagestour, in der ich möglichst viel zu sehen bekommen würde. So entschied ich mich für die Oban, Glencoe, Highland Lochs & Castles Day Tour.

Loch Awe Schottland Highlands

Aufbruch inklusive Stadtführung

Am frühen Morgen mache ich mich auf den Weg zum George Square, einem Herzstück von Glasgow. Die Kleinbusse mit der Rabbie’s Aufschrift springen mir sofort ins Auge, denn sie versprechen schon von weitem eine coole, unkomplizierte Tour. Genauso verläuft auch der Check-In – cool und unkompliziert. Ich werde sogleich angesprochen und zum richtigen Bus gebracht, wo kurz meine Buchung gecheckt wird. Einige Leute sitzen schon im Bus, alle begrüssen sich freundlich und dann geht’s auch direkt los.

Unser Tour Guide Andrew stellt sich kurz vor und macht dann eine kurze Runde, in der er alle zwölf Leute im Bus kurz nach der Herkunft fragt und ein bisschen Small Talk betreibt. Nach diesem sehr sympathischen ersten Eindruck fahren wir also los. Da wir uns noch mitten im Stadtzentrum von Glasgow befinden, gibt uns Andrew gleich noch eine Stadtführung. Er erzählt von der Geschichte der Stadt und macht uns auf einige Sehenswürdigkeiten aufmerksam. Als wir die Autobahn erreichen, legt er das Mikrophon zur Seite und lässt ein paar Stücke traditionelle schottische und irische Musik laufen.

Rabbies Tour Bus

Inveraray – der Duft eines Fischerdorfes

Bei einer kurzen Kaffeepause am Loch Lomond, Schottlands grösstem See, komme ich mit meiner Sitznachbarin ins Gespräch. Wir merken, dass wir beide aus dem gleichen Grund in Glasgow sind: wegen den World Irish Dancing Championships. Sie hatte am Tag zuvor getanzt und ich hatte ihr womöglich dabei zugeschaut, ohne es zu wissen. Andrew wird auf unser Gespräch aufmerksam und lacht, weil er nun endlich weiss, weshalb die ganze Woche über so viele überschminkte Mädchen mit seltsamen Perücken und schrillen Kleidern vor der Glasgow Royal Concert Hall aufmarschiert sind.

Unser nächster Halt ist Inveraray. Vor unserer Ankunft wusste ich nicht, was es für ein Ort war, doch eine Nase voll Inveraray Luft lässt keinen Zweifel zu: Wir sind in einem Fischerdorf. Dort gibt es viele kleine Kaffees und ganz bodenständige Souvenir Shops. Ich kann nicht widerstehen und kaufe mir einen handgefertigten Ring mit keltischen Mustern. Danach gönne ich mir gleich noch einen Kaffee und starte eine Foto-Session im malerischen Hafen des Dorfes.

Inveraray Schottland

Hafen Inveraray Schottland

Unfall im Schlamm des Kilchurn Castles

Auf der Weiterfahrt spielt Andrew abwechselnd traditionelle Musik und erzählt allerlei Wissenswertes über das Land und Leben in den schottischen Highlands. Wir sind bereits mittendrin und auf dem Weg zu einem weiterem See (diesmal ist es nicht der grösste, sondern der längste), Loch Awe. Auf einer Halbinsel befindet sich das zerfallene Kilchurn Castle. Zerfallen ist es allerdings nur, weil sein Besitzer es vor langer Zeit verliessen. Die Bewohner des nahe gelegenen Dorfes haben dann einen Teil der Steinblöcke, aus denen das Schloss bestand, mitgenommen und damit ihr Dorf gebaut.

Wir stapfen durch den Schlamm zum Schloss hinaus. Ich vertiefe mich in ein Gespräch mit einem Paar aus Finnland und versuche verzweifelt, meine spärlichen Schwedisch-Kenntnisse zu aktivieren. Dies gelingt mir leider eher schlecht als recht und wir wechseln zu Englisch. Bald bestaunen wir alle die majestätische Ruine, die ein bisschen an Hogwarts erinnert. Doch dann holt uns der Hilfeschrei einer Mitreisenden abrupt aus unserer Trance. Manuela aus unserer Gruppe ist auf dem schlammigen Hügel ausgerutscht und verlor nach dem Sturz kurz das Bewusstsein. Anscheinend hat sie sich das Handgelenk gebrochen. Wir eilen zu ihr hin und schaffen sie zusammen mit Andrew zurück zum Bus.

Kilchurn Castle

Wir laden die verunglückte Manuela in einem nahen Krankenhaus ab und fahren weiter nach Oban. Die Hafenstadt wird auch Schottlands „Seafood Capital“ genannt, der perfekte Ort für ein authentisches schottisches Mittagessen. Als Vegetarierin habe ich es zwar schwer, aber meine Mitreisenden schwärmen von ihrem lokal gefangenen, frischen Fisch.

Wir grüssen Harry Potter

Am Nachmittag wird es erst so richtig spannend. Immer weiter tauchen wir in die Höhen und Tiefen der schottischen Highlands ein und erklimmen schliesslich Glencoe, Schottlands wohl berühmtestes Tal. Die dramatische Landschaft lässt einem den Atem stocken: Grüne Wiesen wechseln sich ab mit steilen Felswänden und schneebedeckten Gipfeln. Andrew bestätigt meinen Verdacht und erzählt, dass viele Szenen aus Harry Potter, vor allem Kamerafahrten über Hogwarts und dem Hogwarts Express, in diesem Tal aufgenommen wurden.

Glencoe

Während der Fahrt durch Glencoe fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Teilweise habe ich das Gefühl, in der Schweiz zu sein und um die nächste Ecke sieht es so aus, als würden wir gleich auf Schloss Hogwarts vorfahren. Mittendrin in diesem spektakulären Tal befindet sich auch ein Skigebiet. Dort scheint Anfang April noch Hochsaison zu sein, der Parkplatz ist voller farbiger Autos, die nach den unglaublichen Landschaften fast ein Kulturschock sind.

Natürlich war Glencoe das Highlight der Tour, doch auch die Rückfahrt ist sehr lohnenswert. Gegen Ende unserer Tour nähern wir uns dem Loch Lomond National Park. Dort geraten wir in einen Stau, denn es ist Ostermontag und wir sind nicht die einzigen, die sich für einen Tagesausflug in die Highlands aufgemacht haben. Aber die Stimmung im Bus ist ausgelassen: Andrew spielt uns ein Lied über Loch Lomond vor, an dessen Ufer wir uns nun wieder befinden. Dank dem Stau bleibt uns viel Zeit, die wunderschöne Aussicht zu geniessen.

Loch Lomond National Park

Nichts verpassen! – Neue Artikel direkt in deiner Inbox



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

13 + acht =