Lange Haare von hinten

Wie viel Haarausfall ist normal?

Wie viel Haarausfall ist normal?

„Hilfe, mir fallen die Haare aus!“ – Dieser Gedanke kommt mir jedes Mal, wenn ich nach dem Duschen büschelweise Haare aus dem Ablaufsieb klaube. Und auch jedes Mal, wenn ich meine Haare über dem Waschbecken kämme und danach viele davon auf dem weissen Porzellan liegen sehe. Wie viel Haarausfall ist normal und was kann man tun, wenn man wirklich zu viele Haare verliert? Um zu verstehen, weshalb uns die geliebten Haare vom Kopf fallen und was frau gegen übermässigen Haarverlust tun kann, müssen wir zuerst ein paar Fragen klären:

Warum fallen Haare überhaupt aus?

Wie wachsen unsere Kopfhaare?

Die Haarpracht besteht – so unschön das auch klingen mag – aus abgestorbenen Hornzellen. Diese Zellen werden in den Haarwurzeln (Follikel) produziert und dann an die Hautoberfläche „gestossen“, wo sie zu langen Fasern werden. Diese Fasern wiederum drehen sich in andere Fasern ein und bilden so das eigentliche Haar. Die Haarwurzeln schiebt nun während zwei bis sechs Jahren konstant Zellen hinterher, sodass das Haar weiter wächst.

Haare sind untreu: Jede Frau weiss, dass ein einzelnes Haar nicht während des ganzen Lebens auf ihrem Kopf hängen bleibt. Nach einigen Jahren wird es ausfallen und wir müssen uns mit seinem Nachfolger begnügen. Im Gegensatz zu den Haaren selbst sind unsere Haarwurzeln aber treu. Die Haarfollikel entwickeln sich bereits im Mutterleib und bleiben uns ein Leben lang erhalten.

Haarwurzel Wachstum Graphik

Die Haarwurzeln durchlaufen mit jedem neuen Haar einen Zyklus aus drei verschiedenen Phasen. Im Falle des Kopfhaars sieht dies gemäss einer Studie des Universitätsspitals Zürich folgendermassen aus:

Die aktive Wachstumsphase

Der grösste Teil der sichtbaren Kopfhaare befindet sich in der sogenannten Anagen-Phase. Obwohl das Haar an sich tot ist, handelt es sich hierbei um die aktive Phase des Haarwachstums. Der Follikel produziert fleissig neue Haarzellen und liefert dem Haar an der Oberfläche Nachschub. So wächst ein Haar während mehreren Jahren monatlich um einen knappen Zentimeter. Spätestens nach sechs Jahren hört das Haar mit dem Wachsen auf und durchläuft die nächste Phase.

Die Übergangsphase

Der Name verrät es schon: Die Übergangsphase ist wesentlich kürzer als die aktive Phase und dauert nur wenige Wochen. Die Haarwurzel schiebt das Haar an die Hautoberfläche, jedoch ohne weitere Haarzellen „anzubauen“. Das Haar ist nun sozusagen ausgewachsen und kann sich langsam vom Elternhaus, seiner Haarwurzel, ablösen.

Die Ruhephase

Das Haar verbleibt nun für drei bis vier Monate auf der Kopfhaut, ohne weiter zu wachsen. Während dieser Phase gönnt sich die Haarwurzel eine Pause, wird jedoch schon bald einen neuen Haarzyklus einleiten: Der Follikel bildet neue Haarzellen, die das alte Haar schliesslich verdrängen und zu einem neuen Haar werden.

Haarwirbel

Wie viel Haarausfall ist normal?

Die Dermatolog*innen des Unispitals Zürich schätzen das Verhältnis von Haaren in der aktiven Phase und in der Ruhephase auf ungefähr 9:1. Die gute Nachricht: Lediglich 10% unserer Kopfhaare befinden sich also in derjenigen Phase, in der sie bald abgestossen werden. 90% unserer Haarpracht wächst fleissig vor sich hin. Von den 10% der „ausfallbereiten“ Haare kann jeder Mensch täglich bis zu 100 Stück verlieren. Diese Zahl hängt davon ab, wie viele Haare man überhaupt auf dem Kopf hat und dies ist wiederum je nach Haarfarbe und -dichte unterschiedlich.

Da verwundert mich der Büschel im Sieb meiner Dusche schon nicht mehr ganz so sehr. Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, übermässig viele Haare zu verlieren und bestimmt geht es dir auch so. Diese Haare sind aber auch wirklich überall: im Waschbecken, auf dem Boden, im Bett oder schlimmstenfalls im Essen. Da entsteht leicht der Eindruck, dass man vielleicht wirklich unter Haarausfall leidet. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du es spontan mit einem Zupftest versuchen.

Lange Haare von hinten

Möglichst wenige Haare verlieren

Wenn du täglich einige Haare verlierst, bist du damit nicht allein und du hast auch kein Problem mit Haarausfall. Trotzdem wollen wir Frauen (und sicher auch manche Männer oder Personen anderer Geschlechter) unsere Haarpracht hegen und pflegen, sodass die Wachstumsphase der Haare möglichst lang dauert und sie nicht zu früh ausfallen. Dies kann nämlich passieren, wenn dem Körper zum Beispiel zu wenig Zink zur Verfügung steht oder der Stoffwechsel gestört ist. Auch Stress oder Krankheit können das Haarwachstum hemmen und zu frühzeitigem Ausfall führen.

Die Haare gedeihen am besten, wenn wir gesund und ausgeglichen sind. Volles Haar ist schliesslich nicht umsonst ein Symbol für Kraft und Gesundheit. Um die Haare gesund zu halten und unnötigem Ausfall vorzubeugen, sollte man also auf sich selbst und seine Gesundheit achten. Die Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle. Doch abgesehen davon habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich der natürliche Haarausfall mit ein paar einfachen Anpassungen etwas vermindern oder verlangsamen lässt.

Meine Tipps für gesundes Haar und weniger Haarausfall

  1. Die Haare nicht täglich waschen, bzw. so selten wie möglich. Nass sind die Haare besonders empfindlich und fallen schneller aus.
  2. Regelmässig Feuchtigkeitskuren machen, damit das Haar nicht frühzeitig abbricht.
  3. Die Haare nachts locker zusammennehmen, zum Beispiel zu einem Flechtzopf. So zieht man sich im Liegen nicht unnötig Haare aus.
  4. Keinen Föhn benutzen, die Hitze macht das Haar brüchig (wenn’s sein muss besser kalt föhnen).
  5. Bei der Haarwäsche nicht zu stark rubbeln, sondern die Kopfhaut sanft massieren.

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